Serengeti (2)

Essen oder doch lieber fotografieren?

Andrea und ich sind die ersten, die sich heute Morgen dem Essenszelt nähern, wo bereits sechs motivierte und freundlich lächelnde Mitarbeiter bereit stehen, um uns unsere Wünsche von den Augen abzulesen. Die Jungs müssen sich noch etwas gedulden, auf den letzten 10 Metern schwirren zu viele Vögel herum, die darauf warten, von uns fotografiert zu werden.

Kenianischer Kaffee, verschiedene Teesorten, Säfte, Bagel, Brötchen, Toastbrot, Obstsalat, Joghurt und vieles mehr warten auf uns. Ein Koch macht auch was frisch in der Pfanne, von Pfannkuchen über Ham and Eggs bis hin zu einem French Omelette. Und das fünf Fahrstunden vom nächsten Geschäft entfernt. In einem Nebenzimmer ein großer Kühlschrank, ein Curio Shop und Steckdosen soweit das Auge reicht. Touristen ohne aufgeladen Akkus sind halt schlecht drauf…

Bei meinen beiden letzten Aufenthalten in Afrika 2009 (von Nairobi über Tansania, Malawi und Sambia nach Vic Falls) und 2006 (von Capetown via Lesotho und Swaziland nach Jo’burg) war mir die Vogelwelt nicht so aufgefallen wie bei meiner jetzigen dritten Reise in den Osten bzw. Süden Afrikas 2015. Vielleicht war ich da noch zu sehr abgelenkt von den großen Tieren.

Klippschiefer

Sind die aber süüüüüß!

Heute bekommen wir unglaublich viel zu sehen. Süß sind die kleinen Klippschiefer. Noch süßer und extrem selten zu beobachten die Gepardenbabies. Ja, wir bekommen tatsächlich eine Gepardenmutter mit ihren fünf Kleinen zu Gesicht. Wow! Schauen zum Knuddeln aus – spätestens hier würde die Mama aber intervenieren.

Gepardenbabys

Natürlich bekommen wir noch viel mehr zu sehen, mehrere Löwinnen, einen Leoparden, einen Schakal und viele, viele Huftiere. Erstere machen das, was Löwen den größten Teil des Tages machen: Nichts. Ich witzele, ob jemand die Nummer vom Zebra-Service hat. Auf Pizza stehen Löwen wohl weniger. Keine halbe Stunde später kommt uns ein Lkw entgegen mit der Aufschrift „Zebra Express“! Hä, den gibt’s wirklich? Ob der auf Anruf eines Löwen wirklich ein halbes Zebra vorbeibringt?

Apropos Zebra: Gerade noch löschen einige Zebras in Sichtweite einiger Hippos ihren Durst, Sekunden später springen sie davon, als ein Hippo sich bewegt. Sehr nervös. Bei so vielen Feinden muss man das aber wohl sein. Ist eeine Frage des Überlebens.

Großes Kino

Zurück im Camp wird uns gleich Tee und Kaffee angeboten, auch steht frisches Popcorn bereit. Schließlich erwartet uns großes Kino auf der 3D-XXXL-Leinwand. Die Outbackstühle sind bereit für die große Show, das große Finale des heutigen Tages. Hauptdarstellerin: Die Sonne. In wichtigen Nebenrollen: Wolken und Akazien. In weiteren Nebenrollen: Zebras, Gnus, Antilopen und Vögel. Gezeigt wird der Oscar-prämierte Film: „Sonnenuntergang in der Serengeti“. Jeden Tag eine neue Welturaufführung.

Im Gespräch mit ein paar netten Holländerinnen zeigt sich: Bei einer Safari kommt es unglaublich darauf an, das richtige Timing zu erwischen. Die Holländerinnen haben erlebt, wie Löwen ein Zebra schlagen, wir hatten dafür Mama Gepard & Kids. Mit dieser Aufteilung bin ich hochzufrieden.

Dusche a la Outback

Beim Eintreffen im Camp wurden wir auch gleich gefragt, ob und wenn ja, wann wir duschen wollen. Kaum bei meinem Zelt, werde ich dann von einem Mitarbeiter gefragt, ob ich bereit für die Dusche bin. Heißes Wasser wird aufgefüllt. Ich reduziere den Wasserverbrauch bewusst auf ein Minimum, schließlich muss jeder Tropfen Wasser herangekarrt werden. Es tut aber gut, sich den Staub der Serengeti vom Körper zu spülen. Wenn ich fertig mit der Dusche bin, gebe ich Bescheid, die Warmwasserzufuhr wird eingestellt.

Insgesamt bietet das Camp 12 Gästezelte. Zwei Mitarbeiter halten stets Ausschau, ob sich ein Gast mit Laterne vor seinem Zelt sehen lässt, der wird dann gleich abgeholt und zum Essenszelt eskortiert, wo ein Drei-Gänge-Menü auf mich wartet und ein kühles Kilimanjaro- oder Serengeti-Bier. Auch hier ikein Zaun, Tiere streunen zwischen den Zelten umher.

Will ich zum Schlafen zurück ins Zelt, werde ich wieder begleitet. Immerhin waren gestern Abend mehrere Hyänen im Camp. Die Serengeti ist halt nicht Disneyland, sondern Wildnis.

 

Weitere Infos zum Kati-Kati-Camp hier.

Hier geht es zum  "Ngorongoro-Krater"


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