Ngorongoro Krater (2)

Afrika = eiskalt?

Draußen ist es stockfinster. Es ist eisig kalt im Zimmer, die Wärmflasche, die ich gestern vom aufmerksamen Personal erhalten habe, ist sichtlich abgekühlt. Die Lodge liegt immerhin auf rund 2.200 Metern Höhe. Gottlob gibt die Heizung etwas Wärme ab.

Der Wecker klingelt unbarmherzig. 05:30 Uhr. Zeit zum Aufstehen, ein „Early Morning Drive“ in den Ngorongoro-Krater wartet auf mich.

30 Minuten später stehe ich samt Koffer vor unserem Jeep, es geht in den Krater hinunter. Der Ngorongoro war mal ein hoher Vulkan, der vor ein paar Jahrmillionen in sich zusammengekracht ist. Heute liegt der Kraterboden auf etwa 1.700 Metern Höhe, der Kraterrand rund 500 Meter höher. Auf 26.400 Hektar Fläche finden sich eine beachtliche Fauna und Flora. Der Ngorongoro steht erheblich unter Druck, zum einen wegen der vielen Fahrzeuge, die täglich in den Krater fahren, zum anderen wegen der Massai, die dort ihr Vieh weiden lassen dürfen. Zuletzt wurden 350.000 Stück Vieh gezählt, deutlich mehr als die Weltkulturerbestätte verträgt.

Konjunkturprogramm für die Speichermedienindustrie

Highlight sind heute - neben der spektakulären Landschaft – die Löwen, die wir zu Gesicht bekommen. Zunächst drei Männchen, die – wie kann es anders sein – faul rumhängen. Bewegung kam erst ins Spiel, als eine Herde Büffel den Löwen immer näher kam. Vor Büffelherden haben die Löwen großen Respekt, also trollten dich die Löwen in unsere Richtung. Sofort war ein vielfaches Klicken aus den rund 20 Jeeps zu hören. Wäre mal interessant, zu erfahren, wieviele 1.000 Fotos in diesen 10 Minuten geschossen wurde. Kein Wunder, dass immer größere Festplatten und andere Speichermedien benötigt werden.

Die Buschtrommeln haben funktioniert. Kaum kommt über Funk durch, dass dort und dort Löwen gesichtet werden, sieht man nur noch Jeeps, die plötzlich wenden und mit Vollgas zur Sichtungsstelle fahren. Das ist der Nachteil der vergleichsweise überlaufenen Serengeti und des Ngorongoro-Krateres, bei dem noch der kleine Umfang dazu kommt, dass es schnell zu Gedränge kommt. Da waren die Nationalparks in Kenia und Südafrika, vor allem aber in Malawi und Sambia deutlich weniger überlaufen.

Löwen und Hyänen

Während wir eine zweite Gruppe Löwen beobachten, ein Rudel mit rund einem Dutzend Tieren, sehen wir, wie weiter hinten eine Gruppe Hyänen eine kleine Herde Büffel einkreist, mit dem Ziel, ein schwaches Tier zu reißen. Das wiederum findet auch die Aufmerksamkeit der Löwen, die sich bequemen, mal aufzustehen, um sich – im Falle eines erfolgreichen Abschlusses der Jagd drüben bei den Hyänen – ihren Anteil zu holen. Die Löwen liegen aber schnell wieder, da die Büffel zu aufmerksam waren.

Frühstückspause machen wir am See mit Blick auf die Hippos, Mittagspause am anderen See mit vielen Vögeln um uns rum. Kein Verständnis habe ich für Mitreisende, die trotz ausdrücklichen Hinweises und entsprechender Verbotsschilder, Vögel füttern. Interessanterweise war dies dieselbe Person, die wie eine Irre aus dem Bus fotografiert hat, als wir in Ecken kamen, die als soziale Brennpunkte bekannt sind – trotz Ermahnung, dies nicht zu tun. Wenn diese Person außerdem bei Frühstücksbuffets regelmäßig Tee, Marmeladen und Honig mitgehen lässt, denke nicht nur ich mir meinen Teil dabei.

Alte Bekannte

Faszinierend die Fahrt zum Kraterrand hoch, innerhalb weniger Minuten erreicht man andere Klimazonen. Oben treffen wir alte Bekannte wieder, die Giraffen. Die Kälte scheint ihnen nicht so viel auszumachen, sie genießen auf jeden Fall das vielfältige und abwechslungsreiche Nahrungsangebot.

Massai-Markt

Auf der Fahrt nach Arusha, den letzten Übernachtungsort, haben wir auf der linken Seite einen sehr guten Blick auf den 4.562 Meter hohen Mt. Meru. Den nicht existierenden Berg, den Kilimanjaro, sehen wir aber trotzdem nicht. Am Abend gibt es noch mal ein sehr gutes Abendessen in einem schönen Bed & Breakfast. Für den letzten Tag, wir müssen morgen erst um 13 Uhr auschecken, hätte ich mir allerdings ein Haus mit Pool gewünscht. Tja, man kann halt nicht alles haben, oder?

Einmal im Monat findet ein großer Massai-Markt in Arusha statt. Wir haben Glück: Heute ist Markttag. Ziegen, Schafe und Rinder gibt es hier, aber auch Lebensmittel, Kleidung aus Spenden von Rotem Kreuz, Johannitern, Maltesern und anderen, Haushaltswaren usw. Es gibt auch einen Handwerker, der alte Mofareifen zuschneidet und Schuhe daraus macht.

 

Weitere Infos zur Zawadi House Lodge finden Sie hier.

Hier geht es nach "Arusha".


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