Masai Mara

Unterwegs bei Sonnenaufgang

Kurz vor Sonnenaufgang starten wir zu einer kleinen Wanderung runter zum Lake Elementaita. Ein einheimischer Ranger- ein Massai- informiert uns über die Geschichte der Gegend, zeigt uns Pflanzen, die heilende Wirkung haben oder für Rituale benötigt werden und führt uns in die Fauna der Gegend ein. Der frühere Besitzer der Gegend, dessen Farmhaus heute die Lake Elementaita Lodge ist, hatte einen Lieblingsplatz. Einen Felsen, direkt über dem See liegt, von wo aus er nicht nur den See, sein Weideland, sein Haus, sondern auch die umgebenden Berge sehen konnte. Auch, als er längst nicht mehr laufen konnte, gezeichnet von einer Krankheit, ließ er sich jeden Spätnachmittag von einem Diener zum Lieblingsplatz fahren. Dort, an seinem Lieblingsplatz, erschoss er sich letztendlich auch, als es mit ihm gesundheitlich gnadenlos bergab ging. Ein Denkmal erinnert heute an ihn.

Spektakulärer Blick auf den Lake Elementaita

Im Morgenlicht liegt der kleinste See des Rift Valley wunderschön vor uns, umrahmt von Hügelketten. Highlight des Spaziergangs ist sicherlich die Flamingo-Kolonie. Obwohl: Das eigentliche Highlight war der gnadenlose Lachanfall unsers Guides, verursacht durch mich.

Flamingos am Lake Elementaita

Die „Big Five“: Eine Neuinterpretation

Bei der langen Fahrt am ersten Tag kam das Thema auf die „Big Five“, also Elefant, Löwe, Leopard, Büffel und Nashorn. Von mir sollte aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Stunden eine Neuinterpretation der „Big Five“ erfolgen.

Zwei der Big Five

Auch heute kam das Thema wieder auf die Big Five. Von mir kam die Antwort, wir hätten diese bereits bei der Durchfahrt durch Nairobi gesehen. Diese Aussage von mir wurde mit einer gewissen Verständnislosigkeit quittiert, gefolgt von viel Gelächter: Kuh, Pferd, Esel, Schaf und Ziege. Das waren die ersten fünf Tiere, die ich in Afrika wahrgenommen habe.

Der Abschied von der Lodge fällt schwer. Wir wurden hier mit der unglaublichen afrikanischen Freundlichkeit begrüßt und umsorgt. Das Haupthaus hat seinen Charme aus dem 19. Jahrhundert ins Hier und Jetzt retten können. Ein Genuss war die Terasse mit ihrem Panoramablick, die gut sortierte Bar und das Kaminzimmer mit seinem Billardtisch.

Eine Oktave zu hoch

Heute wartet eine lange Fahrt auf uns. Es sind nicht mal so sehr die Kilometer, eher der Zustand der letzten 100 Kilometer: Eine schlaglochübersäte, staubige Piste, die den Minibus dazu bringt, vor Schmerzen zu schreien. Das laute Gequietsche ist kaum auszuhalten. Nützt nichts, da müssen wir durch.

Es ist erschreckend, wenn man sich überlegt, dass die Masai Mara zusammen mit den Badestränden bei Mombasa wohl der bekannteste touristische Hotspot Kenias ist. Da drängt sich der Eindruck auf, dass das Geld in irgendwelchen Taschen verschwindet. Vor allem, wenn man sich gleichzeitig vor Augen führt, dass die Serengeti, die südliche Fortsetzung der Masai Mara in Tansania, gut zu erreichen ist.

Irgendwann erreichen wir aber tatsächlich den Park. Lange sieht man nur die steppenartige Landschaft, durchsetzt mit Bäumen entlang der Flüsse und Bäche. Dann  tauchen hinter dem nächsten Hügel aus dem Nichts plötzlich Herden mit Tausenden von Zebras, Gnus und Antilopen, soweit das Auge reicht.

Der Weg zum Mara Eden Safari Camp ist eine Herausforderung. Gerade die letzten 10 Kilometer. Wie David, unser Guide und Fahrer, überhaupt bis hierher gefunden hat, ist uns allen ein Rätsel. Vier Mitarbeiter des Camps erwarten uns bereits, nehmen uns unsere Koffer ab und begleiten uns ins Hauptzelt. Sehr schnell wird klar, dass jemand dieses Camp sehr gut im Griff hat. Gastfreundschaft, Service und eine Küche auf allerhöchstem Niveau. An der Sundowner-Bar oben auf einem Felsen gibt es einen Willkommensdrink mit Blick auf den Mara und seine Nilpferde. Den Blick habe ich auch von meinem Zelt. Direkt unter mir ein halbes Dutzend Hippos. Die freuen sich scheinbar über meinen Besuch, so wie sie lachen.

Ein Zelt ist ein Zelt. Oder nicht?

Werden wir mal philosophisch. Was ist eigentlich ein Zelt? Eine enge Behausung aus Stoff, ohne Licht, sanitäre Anlagen mit Isomatte und kaum Platz für’s Gepäck? Vergesst das mal ganz schnell: Ein Zelt sind 45 Quadratmeter Komfort pur mit einer Deckenhöhe von 2,50 Metern, zwei Betten mit Moskitonetzen, einem Bad und einer Dusche mit heißem Wasser. Elektrische Beleuchtung gibt es natürlich auch, dazu eine Fernbedienung mit integrierter Taschenlampe. Das Lachen der Hippos wiegt mich nach dem erstklassigen Abendessen in den Schlaf.

Viele Kleinigkeiten machen den Aufenthalt sehr angenehm. Freundliches Personal, das jeden Spaß mitmacht, warme Tücher und Willkommensdrink bei der Ankunft, Nachschlag beim exzellenten Essen, die Wärmeflasche im Bett...

Diese Kleinigkeiten gibt es nicht nur hier, sondern (wenn auch meist in leicht abgespeckter Form) in allen Unterkünften. Das freundliche Personal und das Erfrischungstuch bei der Ankunft eigentlich immer, die Wärmeflasche in zwei Fällen.

Weitere Infos zum Mara Eden Safari Camp hier.

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Mein "kleines" Zelt in der Masai Mara


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